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E-commerce 16 Min. Lesezeit

E-Commerce-Integrationslösungen im Vergleich: Sieben Systeme für den Multichannel-Verkauf

Von Damian Liuras Aktualisiert am
Zwei geöffnete Hände auf schwarzem Grund, die eine rote und eine blaue Pille präsentieren, unter der Überschrift „Multi-Channel Management – 7 Systeme im Vergleich“

Der zweite Verkaufskanal bringt Wachstum, der dritte bringt Arbeit. Spätestens wenn Bestände auf Amazon, eBay, Otto und im eigenen Shop auseinanderlaufen, wird aus einem Vertriebsthema ein Prozessthema. Überverkäufe, doppelte Pflege von Produktdaten und Bestellungen, die aus fünf Backends zusammengesucht werden müssen, kosten mehr Marge als jede Marktplatzgebühr.

Genau an dieser Stelle kommen Integrationslösungen ins Spiel: Software, die Shops, Marktplätze, Lager und Versanddienstleister miteinander verbindet. Der Markt dafür ist unübersichtlich, weil unter demselben Label sehr unterschiedliche Systeme verkauft werden, vom schlanken Cloud-Tool bis zum ausgewachsenen ERP.

Dieser Artikel ordnet die Landschaft. Er zeigt, welche Arten von Systemen es gibt, vergleicht sieben in DACH relevante Lösungen anhand von Preisen, Integrationen und Synchronisation und endet mit einer Checkliste für Ihre Auswahl. Alle Angaben stammen von den Hersteller-Websites, Stand September 2026.

Vier Arten von Integrationslösungen – und warum die Unterscheidung zählt

Wer nach einer Lösung für den Verkauf auf mehreren Kanälen sucht, landet schnell bei Vergleichen, in denen Systeme nebeneinanderstehen, die völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Vier Kategorien helfen, den Markt zu sortieren.

Multichannel-Plattformen verbinden Kanäle und wickeln zugleich das Tagesgeschäft ab: Bestellungen, Produktdaten, Lager, Versand. Sie sind darauf ausgelegt, dass ein Händler ohne weiteres Backend auskommt. Base gehört in diese Gruppe, ebenso Afterbuy.

ERP- und Warenwirtschaftssysteme decken darüber hinaus kaufmännische Prozesse ab, von Einkauf über Buchhaltung bis zur Produktion. Der Multichannel-Teil ist ein Baustein unter vielen. PlentyONE, JTL und Xentral stehen für diesen Ansatz.

Marktplatz-Integratoren sind Verbindungsstücke. Sie setzen ein vorhandenes ERP oder Shopsystem voraus und bringen dessen Daten auf die Marktplätze. ChannelEngine arbeitet so und bindet dafür SAP, Microsoft Dynamics 365 Business Central, NetSuite oder Shopify an.

Feed-Tools schließlich übertragen ausschließlich Produktdaten an Kanäle und Preisvergleiche. Bestellungen, Bestände und Versand bleiben außen vor. Sie lösen das Multichannel-Problem also nur zur Hälfte.

Shopsystem oder Multichannel-Plattform: Welche Werkzeuge brauchen Sie für den Verkauf auf mehreren Kanälen?

Für den Verkauf über mehrere Kanäle brauchen Händler zwei Ebenen: ein Shopsystem als eigenen Verkaufskanal und darüber eine Integrationslösung, die diesen Shop mit Marktplätzen, Lager und Versand verbindet.

Häufig taucht in dieser Reihe nämlich noch ein fünfter Begriff auf: die E-Commerce-Plattform. Damit sind meist Shopsysteme wie Shopify, Shopware oder WooCommerce gemeint. Ein Shopsystem ist aber ein Verkaufskanal, kein Bindeglied zwischen Kanälen. Es verwaltet den eigenen Shop, nicht die Bestellungen von Otto oder die Bestände bei Amazon. Welche Werkzeuge Sie zusätzlich brauchen, hängt deshalb davon ab, was neben dem Shop läuft: Für zwei Kanäle genügt oft ein schlankes Tool, ab drei oder vier Kanälen zahlt sich eine Plattform aus, die Produktdaten, Bestände und Bestellungen zentral führt.

Wie viele Kanäle sich über eine einzige Anbindung erreichen lassen, zeigt Base Connect. Entdecken Sie die Integrationen von Base.

Sieben Lösungen auf einen Blick

Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Anbieter selbst veröffentlichen. Preise verstehen sich netto pro Monat, Stand September 2026.

Lösung Typ Einstieg Kanäle und Integrationen Bestandsabgleich Passt zu
Base Multichannel-Plattform Freemium 0 € bis 100 Aufträge, Business 99 € plus 0,19 € je Auftrag über 2.000, davon 437+ Marktplätze stündlich, alle 8 Stunden oder live (live ab Business) Händler, die von wenigen auf viele Kanäle wachsen
PlentyONE ERP Lite ab 59 €, Ultimate auf Anfrage, dazu Gebühr bei GMV-Überschreitung 150+ Marktplätze Amazon: alle 15 Minuten oder stündlich Mittlere und große Händler mit ERP-Bedarf
JTL Warenwirtschaft Start 0 €, Advanced ab 119 €, plus Auftragspakete 30+ Marktplätze ohne Zusatzlizenz Intervall selbst konfigurierbar (JTL-Worker) Händler mit eigener IT und Wunsch nach Kontrolle
Billbee Auftragsabwicklung volumenabhängig ab 9 €, monatlich kündbar 150+ Schnittstellen, davon 42+ Verkaufskanäle ereignisgesteuert in etwa einer Minute Kleine und mittlere Händler mit überschaubarem Volumen
Xentral ERP Launch ab 99 € plus 0,30 € je Auftrag, Business ab 649 € 200+ Integrationen Intervall ab 1 Minute, Amazon ab 10 Minuten Wachsende Unternehmen mit kaufmännischen Prozessen
Afterbuy Multichannel-Software Starter 23 €, plus 0,10 bis 0,25 € je Transaktion 70+ Schnittstellen alle 10 Minuten bis 6 Stunden Händler mit Schwerpunkt eBay und Amazon
ChannelEngine Marktplatz-Integrator Preise nur auf Anfrage rund 80 gelistete Kanäle, beworben werden 1.300+ alle 15 Minuten Marken und große Händler mit bestehendem ERP

Bei den DACH-Marktplätzen zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Amazon, eBay, Otto Market und Kaufland binden alle sieben Lösungen an. Zalando führen nur Base, PlentyONE und ChannelEngine als verfügbar; bei JTL steht der Kanal als angekündigt, Billbee und Afterbuy listen ihn nicht, Xentral erreicht ihn indirekt über Tradebyte. Wer Mode verkauft, sortiert damit einen Teil des Marktes bereits aus.

Die Lösungen im Einzelnen

Jedes System wird im gleichen Raster beschrieben: Was es ist, wo es stark ist, wo seine Grenzen liegen und für wen es sich eignet.

Base

Base ist eine Multichannel-Plattform aus der Cloud, hervorgegangen aus BaseLinker. Sie verbindet Kanäle und übernimmt zugleich Auftragsabwicklung, Produktdaten, Lager und Versand.

Die Integrationsbreite ist das auffälligste Merkmal: über 2.000 Anbindungen, darunter mehr als 437 Marktplätze und über 93 Shopsysteme, und zwar unabhängig vom Tarif. Amazon, eBay, Otto Market, Kaufland und Zalando sind ebenso dabei wie internationale Plätze, etwa Allegro für Polen. Die Abläufe danach lassen sich über Automatisierungen abbilden, vom Statuswechsel über den Rechnungsversand bis zum Etikettendruck. Beim Abgleich nennt Base konkrete Werte: Bestellungen werden alle 10 Minuten abgerufen, Bestände und Preise stündlich, in größeren Abständen oder live.

Die Grenzen liegen im Detail. Die Live-Synchronisation ist dem Business-Tarif vorbehalten, im kostenlosen Freemium-Plan läuft der Abgleich stündlich. Freemium endet bei 100 Aufträgen im Monat, danach ist ein Wechsel auf Business nötig, ein Rückweg ist nicht vorgesehen. Wer klassische ERP-Funktionen wie Produktionsplanung oder eine vollwertige Buchhaltung sucht, braucht zusätzlich ein Fachsystem.

Geeignet für: Händler, die auf mehreren Marktplätzen verkaufen oder ins Ausland expandieren und ohne Mindestlaufzeit starten wollen. Abgerechnet wird monatlich im Nachhinein, ohne Einrichtungsgebühr.

Alle Tarife samt Auftragslimits finden Sie in der Preisübersicht von Base.

PlentyONE

PlentyONE, früher plentymarkets, ist ein cloudbasiertes ERP für den Handel. Warenwirtschaft, Auftragsmanagement, Produktdaten, CRM und ein eigener Onlineshop kommen aus einem System.

Stark ist die Kombination aus Tiefe und Reichweite: über 150 Marktplatzanbindungen inklusive Zalando, dazu Werkzeuge für Preise, Workflows und Auswertungen. Wer Shop und Marktplätze in einem System führen will, bekommt hier beides.

Die Tarife sind allerdings eng geschnitten. Bereits die Zahl der Marktplätze, Nutzer, Lager, Workflows und Artikelvarianten ist je Edition begrenzt, und zusätzlich zum Grundpreis wird eine Gebühr fällig, wenn der im Tarif enthaltene Umsatz überschritten wird. Deren Höhe veröffentlicht der Anbieter nicht. Einzelne Marktplatz-Plugins von Drittanbietern kosten extra, teils vierstellig. Die Vertragslaufzeit beträgt laut AGB zwölf Monate.

Geeignet für: mittlere und große Händler mit wachsendem Auftragsvolumen, die ein ERP mitsamt Shop aus einer Hand wollen und die Tariflimits im Blick behalten.

JTL

JTL ist im deutschen Handel weit verbreitet und funktioniert anders als die übrigen Kandidaten: Die Warenwirtschaft läuft als Windows-Software mit eigener SQL-Datenbank, wahlweise lokal oder auf gemietetem Hosting.

Das Modell hat zwei große Vorteile. Der Einstieg ist mit der Edition JTL Start dauerhaft kostenfrei, inklusive Marktplatzanbindung, und wer eigene IT-Kompetenz hat, behält volle Kontrolle über Daten und Abläufe. Rund um JTL existiert zudem ein großes Partner- und Erweiterungsnetz.

Dafür verteilen sich die Kosten auf viele Positionen: Auftragspakete und Preise je zusätzlichem Auftrag, Lagerverwaltung, Versandmodul und Cloud-Hosting werden getrennt berechnet. Der Datenabgleich hängt am JTL-Worker, einem Hintergrunddienst, der dauerhaft laufen muss; das Intervall legen Sie selbst fest, Standardwerte nennt der Hersteller nicht. Zalando ist derzeit angekündigt, aber noch nicht verfügbar, viele weitere Kanäle befinden sich in der Beta-Phase.

Geeignet für: Händler mit technischem Know-how oder Servicepartner, die ein ausbaufähiges System suchen und den Betrieb selbst verantworten wollen.

Billbee

Billbee ist eine schlanke Cloud-Lösung für die Auftragsabwicklung. Der Funktionsumfang ist in allen Paketen identisch, unterschieden wird nur nach Auftragsvolumen.

Das macht den Einstieg unkompliziert: ab 9 € im Monat, ohne Mindestlaufzeit, mit über 150 Schnittstellen inklusive. Dazu kommen Regeln und Handlungsketten für wiederkehrende Aufgaben sowie eine Mehrlagerverwaltung. Beim Bestandsabgleich ist Billbee ungewöhnlich transparent und schnell: Bestandsänderungen gehen laut Hilfe-Center in etwa einer Minute an die Kanäle.

Beim Bestellimport zeigt sich die andere Seite. Er läuft in Zeitfenstern und höchstens alle 30 Minuten, nur Shopify und WooCommerce melden per Webhook. Zalando fehlt, ebenso automatisierte Preisanpassung. Für anspruchsvollere Lagerprozesse verweist Billbee auf Partnerlösungen.

Geeignet für: kleine und mittlere Händler, die mehrere Kanäle sauber abwickeln wollen und keine ERP-Funktionen brauchen.

Xentral

Xentral ist ein Cloud-ERP für wachsende Unternehmen. Der Hersteller adressiert Händler zwischen einer und 50 Millionen Euro Umsatz und deckt neben dem Handel auch Einkauf, Buchhaltung, Produktion und POS ab.

In der Lagerverwaltung ist das System stärker als die meisten Multichannel-Tools: Mehrlager, Pick-and-Pack mit Scankontrolle, Chargen und Seriennummern, mobile Apps für Kommissionierung und Inventur. Über 200 Integrationen und die Anbindungen an Mirakl und Tradebyte öffnen zusätzliche Marktplätze.

Der Preis dafür ist Komplexität. Der Einstiegstarif ist auf einen Shop, einen Marktplatz, 500 Artikel und 1.200 Aufträge im Jahr begrenzt, verlangt 24 Monate Laufzeit sowie ein verpflichtendes Onboarding für einmalig 1.990 €; persönlicher Support kostet dort 99 € je Ticket. API-Zugang und Automatisierung gibt es erst ab dem Business-Tarif für 649 €. Die Einführung veranschlagt der Hersteller selbst mit acht bis zwölf Wochen.

Geeignet für: Unternehmen, die ein richtiges ERP brauchen, ein Projektbudget mitbringen und die Einführung als Projekt planen.

Afterbuy

Afterbuy ist eine der älteren Multichannel-Lösungen im deutschen Markt, cloudbasiert und stark auf eBay und Amazon ausgerichtet. Der Anbieter grenzt sich selbst von klassischen ERP-Systemen für Großunternehmen ab.

Für kleinere Händler ist der Einstieg günstig, inklusive Lagerplatzverwaltung, Scannerprozessen und einer FBA-Anbindung, die Amazon-Bestände mit anderen Kanälen abgleicht.

Einschränkungen gibt es bei Reichweite und Automatisierung. Die Marktplatzliste umfasst im Wesentlichen Amazon, eBay, Otto, Kaufland, Hood und Temu, Zalando fehlt. Die automatische Auftragsabwicklung und das Rechnungsmodul sind erst ab dem Growth-Tarif enthalten. Der Marktplatzabruf reicht von 10 Minuten bis zu 6 Stunden, wobei das kürzeste Intervall kostenpflichtig ist. Hinzu kommen Transaktionskosten und eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten.

Geeignet für: Händler mit Schwerpunkt auf den großen deutschen Marktplätzen, die eine etablierte Lösung mit überschaubarem Einstiegspreis suchen.

ChannelEngine

ChannelEngine ist kein Komplettsystem, sondern eine Integrationsschicht zwischen vorhandenen Systemen und den Marktplätzen. Angebunden werden unter anderem SAP, Microsoft Dynamics 365 Business Central, NetSuite, Shopify und Adobe Commerce sowie PIM-Systeme wie Akeneo.

Die Stärke liegt in der internationalen Reichweite und in Funktionen für große Sortimente: Kategorie-Mapping, regelbasierte Preise mit Berücksichtigung von Marktplatzgebühren, Anbindung an Fulfillment-Programme wie Amazon FBA, Zalando ZFS oder Allegro One. Zalando, About You, Check24, Idealo und Galaxus sind gelistet, dazu Marktplätze in Nordamerika, Asien und Lateinamerika. Die Synchronisationsintervalle dokumentiert der Anbieter offen: Bestände und Bestellungen alle 15 Minuten, Produktdaten stündlich.

Drei Punkte sollten Händler einkalkulieren. Ohne ERP oder Shopsystem im Hintergrund ergibt die Plattform keinen Sinn, denn Warenwirtschaft, Buchhaltung und Lagerprozesse bleiben dort. Preise veröffentlicht ChannelEngine nicht; abgerechnet werden eine Onboarding-Gebühr, eine Lizenz nach Umsatz und Sortimentsgröße sowie ein erfolgsabhängiger Anteil am zusätzlichen Marktplatzumsatz. Und die beworbenen 1.300 Kanäle relativieren sich: öffentlich gelistet sind rund 80 Marktplätze, der Rest sind Ländervarianten.

Geeignet für: Marken und größere Händler mit etabliertem ERP, die international auf vielen Marktplätzen verkaufen und ein Projektbudget für die Anbindung haben.

plentymarkets, ChannelEngine und Base.com: Das sind die Unterschiede

Diese drei Namen fallen in Auswahlprozessen besonders häufig zusammen, obwohl sie für drei verschiedene Ansätze stehen. Der Unterschied liegt weniger in einzelnen Funktionen als in der Rolle, die das System übernimmt.

plentymarkets, heute PlentyONE, ist ein ERP. Es führt die Stammdaten, steuert kaufmännische Prozesse, bringt einen eigenen Shop mit und verbindet darüber hinaus Marktplätze. Wer noch kein Backend hat und eines aufbauen will, bekommt hier ein vollständiges System, muss es aber auch einführen und in den Tarifgrenzen betreiben.

ChannelEngine ist eine Integrationsschicht. Es ersetzt nichts, sondern verbindet ein vorhandenes ERP mit Marktplätzen in vielen Ländern. Das lohnt sich, wenn SAP oder Dynamics bereits im Haus sind und der Engpass allein in der Marktplatzanbindung liegt. Ohne dieses Backend fehlt dem System die Grundlage.

Base liegt dazwischen. Es bringt die operative Abwicklung mit – Bestellungen, Produktdaten, Lager, Versand – ohne den Umfang und die Einführungsdauer eines klassischen ERP. Der Einstieg ist kostenlos möglich, die Integrationen sind unabhängig vom Tarif verfügbar, und es gibt keine Mindestlaufzeit.

Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Wer ein ERP sucht, vergleicht PlentyONE mit JTL und Xentral. Wer bereits eines hat und nur Marktplätze anbinden will, schaut sich ChannelEngine an. Und wer schnell auf mehr Kanälen verkaufen will, ohne ein ERP-Projekt zu starten, findet in Base oder Billbee den kürzeren Weg. Wie viel das jeweils kostet, hängt allerdings weniger vom Grundpreis ab, als die Tarifseiten vermuten lassen.

Was Integrationslösungen wirklich kosten

Preisvergleiche in diesem Markt führen in die Irre, weil die Anbieter nach völlig unterschiedlichen Größen abrechnen. Vier Modelle sind verbreitet:

  • Pauschale je Tarif mit festen Limits, etwa bei PlentyONE
  • Grundgebühr plus Preis je Auftrag, etwa bei Base, Xentral und Afterbuy
  • Reine Volumenabrechnung, etwa bei Billbee
  • Individuelles Angebot, etwa bei ChannelEngine und in den Enterprise-Stufen

Dazu kommen Kosten, die nicht auf der Tarifseite stehen: Onboarding, Module, Hosting oder Support. Xentral verlangt im Einstiegstarif einmalig 1.990 € für das verpflichtende Onboarding und 99 € je Support-Ticket. Bei JTL werden Lagerverwaltung, Versandmodul und Cloud-Hosting getrennt berechnet. Bei PlentyONE können einzelne Marktplatz-Plugins vierstellig ausfallen. Afterbuy stellt das kürzeste Abrufintervall als kostenpflichtige Option bereit.

Zwei Beispiele zeigen, wie weit die Ergebnisse auseinandergehen. Gerechnet wird mit veröffentlichten Preisen, netto pro Monat.

Lösung 300 Aufträge im Monat 2.000 Aufträge im Monat
Base 99 € (bis 1.000 Aufträge enthalten) 289 € (99 € plus 0,19 € je Auftrag über 1.000)
PlentyONE ab 59 €, solange 50.000 € Umsatz und 5 Marktplätze reichen ab 149 € bis 200.000 € Umsatz, darüber zusätzliche Gebühr
JTL ab 119 € plus Auftragspakete, WMS und Versand extra ab 369 € plus Auftragspakete, WMS und Versand extra
Billbee volumenabhängig, Staffel nicht veröffentlicht volumenabhängig, Staffel nicht veröffentlicht
Xentral ab 349 € (der Einstiegstarif endet bei 1.200 Aufträgen im Jahr) ab 649 € für API und Automatisierung
Afterbuy 71 € plus Transaktionskosten, Paket mit 500 Transaktionen 45 € 179 € plus Paket mit 2.000 Transaktionen 89 €
ChannelEngine auf Anfrage auf Anfrage

Die Zahlen sind keine Angebote, sondern Größenordnungen. Sie zeigen aber das Muster: Der Abstand zwischen den Systemen wächst mit dem Volumen, und er entsteht weniger durch den Grundpreis als durch Bindung, Onboarding und Zusatzmodule. Wer vergleicht, sollte deshalb immer die Gesamtkosten über zwölf Monate rechnen, inklusive Einrichtung und der Module, die tatsächlich gebraucht werden. Und dann prüfen, ob das System auch fachlich passt.

Sie wollen erst einmal rechnen, statt sich zu binden? Mit dem Freemium-Plan von Base wickeln Sie bis zu 100 Aufträge im Monat kostenlos ab.

So treffen Sie die Entscheidung

Sechs Fragen führen erfahrungsgemäß schneller zum Ziel als jede Funktionsliste.

Welche Kanäle brauchen Sie – heute und in zwei Jahren?

Amazon, eBay, Otto und Kaufland deckt praktisch jede Lösung ab. Interessant wird es bei allem darüber hinaus: Zalando und About You für Mode, Idealo und Check24 für Preisvergleiche, Allegro, Cdiscount oder bol für das Ausland. Prüfen Sie diese Kanäle namentlich und achten Sie darauf, ob eine Anbindung wirklich verfügbar oder nur angekündigt ist.

Multi-Channel-Synchronisation: Wie schnell muss der Bestand wirklich abgeglichen sein?

Die beste Multi-Channel-Synchronisation bietet nicht, wer am lautesten mit Echtzeit wirbt, sondern wer das kürzeste dokumentierte Intervall für Ihre Kanäle liefert. Fast alle Anbieter werben mit Echtzeit, die eigene Dokumentation nennt aber Intervalle: Billbee überträgt Bestandsänderungen in etwa einer Minute, ChannelEngine alle 15 Minuten, Xentral bei Amazon frühestens alle 10 Minuten, PlentyONE alle 5 bis 15 Minuten, Afterbuy zwischen 10 Minuten und 6 Stunden. Base ruft Bestellungen alle 10 Minuten ab und gleicht Bestände und Preise stündlich oder live ab, je nach Tarif. Die Faustregel: Je knapper Ihre Bestände und je mehr Kanäle denselben Artikel verkaufen, desto teurer wird jede Minute Verzögerung.

Amazon, Otto, eigener Shop – und trotzdem ein Bestand, der stimmt? Erfahren Sie, wie der Base Bestellmanager alle Kanäle in einem System bündelt.

Welche Prozesse soll das System übernehmen?

Reicht die Abwicklung von Bestellungen samt Versand, oder brauchen Sie Einkauf, Buchhaltung, Produktion und Kasse? Diese Frage entscheidet zwischen Multichannel-Plattform und ERP – und damit über Projektdauer und Budget.

Wie viel Automatisierung ist im Preis enthalten?

Automatisierung ist der eigentliche Hebel, wird aber häufig erst in höheren Tarifen freigeschaltet. Bei Afterbuy beginnt sie im Growth-Tarif, bei Xentral kommen API-Zugang und Workflows erst ab 649 € dazu. Prüfen Sie, in welchem Tarif die Funktionen liegen, die Ihnen täglich Zeit sparen sollen.

Was kostet der Betrieb über zwölf Monate?

Rechnen Sie Grundgebühr, auftragsabhängige Kosten, Module, Hosting, Onboarding und Support zusammen. Nehmen Sie die Vertragsbindung dazu: zwölf Monate bei PlentyONE und Afterbuy, 24 Monate im Einstiegstarif von Xentral, monatlich kündbar bei Billbee und Base.

Wie schnell wollen Sie starten?

Ein ERP-Projekt dauert Wochen bis Monate; Xentral nennt selbst acht bis zwölf Wochen. Cloud-Plattformen sind meist in Tagen produktiv. Wenn eine Verkaufssaison näherrückt, ist das oft das ausschlaggebende Kriterium.

Aus den Antworten ergeben sich vier typische Konstellationen:

  • Einstieg mit wenigen Kanälen und kleinem Volumen: Billbee, Base im Freemium-Plan oder JTL Start halten die Kosten niedrig.
  • Wachsender Multichannel-Handel: Base oder Afterbuy decken Abwicklung und Automatisierung ab, ohne ein ERP-Projekt zu erfordern.
  • Expansion ins Ausland: Entscheidend ist die Zahl der Marktplätze je Land; Base und PlentyONE bringen hier die größte Breite mit, ChannelEngine ergänzt ein bestehendes ERP.
  • Etabliertes Unternehmen mit ERP: ChannelEngine als Integrationsschicht, oder Xentral und PlentyONE, wenn das Backend selbst ersetzt werden soll.

Fazit

Die beste Integrationslösung ist die, deren Zuschnitt zu Ihrem Geschäftsmodell passt. Ein ERP löst andere Probleme als eine Multichannel-Plattform, und ein Integrator löst sie nur dann, wenn das Backend bereits steht. Wer diese Entscheidung zuerst trifft, vergleicht danach nur noch wenige Systeme, und zwar an den Punkten, die im Tagesgeschäft zählen: die Kanäle, die Sie wirklich brauchen, das tatsächliche Abgleichintervall, den Umfang der Automatisierung im gebuchten Tarif und die Gesamtkosten über zwölf Monate inklusive Bindung und Einrichtung.

Und weil sich Prozesse erst im Betrieb zeigen, gilt ein letzter Rat: Testen Sie mit echten Daten, bevor Sie sich binden. Fast alle Anbieter ermöglichen das – mit Testphasen zwischen 14 und 30 Tagen oder, wie bei Base und JTL, mit einem dauerhaft kostenlosen Einstieg.

Sie wollen wissen, wie Ihre Kanäle zusammenlaufen, wenn alles in einem System liegt? Legen Sie ein Base-Konto an und starten Sie mit Ihren echten Daten.