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SKU Nummer erstellen: So entsteht eine skalierbare Struktur

Damian Liuras
Der IT Support Specialist unterstützt die Weiterentwicklung von Base und seiner Kunden durch technischen Support und die
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Wer im E-Commerce wächst, stößt früher oder später auf ein Problem, das anfangs kaum jemand auf dem Schirm hat: die eigene Artikelnummern-Logik. Solange das Sortiment überschaubar ist und Bestellungen manuell abgewickelt werden, funktioniert fast jedes System. Doch sobald neue Marktplätze hinzukommen, Lagerbestände synchronisiert werden müssen oder Automatisierung ins Spiel kommt, zeigt sich schnell, ob die SKU-Struktur trägt – oder zum Engpass wird.

Die SKU Nummer (Stock Keeping Unit) ist weit mehr als eine interne Kennzeichnung. Sie ist das Rückgrat jeder Produktverwaltung und entscheidet darüber, wie effizient Prozesse später skalieren können. Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der SKU-Vergabe ankommt, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie eine durchdachte Struktur den Grundstein für Wachstum legt.

Was ist eine SKU Nummer – und warum reicht die Definition nicht?

Eine SKU ist eine eindeutige, alphanumerische Kennung, die ein Unternehmen intern für jedes Produkt oder jede Produktvariante vergibt. Anders als EAN-Codes oder der Universal Product Code (UPC), die standardisiert und herstellerübergreifend gelten, ist die SKU Nummer frei wählbar und folgt keiner externen Vorgabe. Das klingt nach Freiheit – birgt aber auch Risiken.

Die meisten Definitionen enden hier. Sie erklären, dass SKU die Abkürzung für Stock Keeping Unit ist und zur Lagerhaltung sowie Bestandsführung dient. Für den operativen Alltag im E-Commerce reicht das nicht.

Denn die eigentliche Frage lautet: Wie lässt sich eine SKU-Struktur aufbauen, die auch in zwei Jahren noch funktioniert, wenn das Sortiment dreimal so groß ist und fünf statt zwei Vertriebskanäle bedient werden?

Genau hier trennt sich Theorie von Praxis. Eine SKU Nummer ist nicht einfach eine Artikelnummer – sie ist ein System. Und wie bei jedem System entscheidet die Architektur darüber, ob es später erweitert werden kann oder zum Hindernis wird. Unternehmen, die ihre SKU Codes von Anfang an strategisch anlegen, profitieren langfristig von effizienteren Prozessen.

Wann eine saubere SKU-Struktur wichtig wird

Im ersten Shop mit 50 Produkten spielt die SKU-Logik kaum eine Rolle. Hier funktioniert selbst eine fortlaufende Nummerierung. Die Probleme beginnen an bestimmten Wachstumsschwellen, die viele Unternehmen ähnlich erleben.

Mehrere Vertriebskanäle: Sobald neben dem eigenen E-Commerce Shop auch Amazon, eBay oder Otto bespielt werden, müssen Produktdaten synchronisiert werden. Jede Plattform hat eigene Anforderungen, aber die SKU Nummer bleibt der gemeinsame Nenner. Wenn hier keine klare Logik existiert, entstehen Dubletten, falsche Zuordnungen und manuelle Korrekturschleifen. Besonders beim Verkauf über Social-Commerce-Kanäle wie TikTok oder Instagram wird eine konsistente Produktidentifikation zur Voraussetzung.

Varianten und Bundles: Ein T-Shirt in fünf Farben und vier Größen ergibt 20 Varianten. Wenn jede Variante eine zufällige SKU Nummer erhält, verliert das Team schnell den Überblick. Welche SKUs gehören zusammen? Welche ist das Elternprodukt? Ohne erkennbare Struktur werden solche Fragen zur täglichen Suche im Lager und in der Bestandsverwaltung.

Automatisierung und Fulfillment: Workflows, die Bestellungen automatisch verarbeiten, den Bestand synchronisieren oder Versandetiketten erstellen, basieren auf eindeutigen Produktidentifikationen. Eine unsaubere SKU-Struktur macht Automatisierung entweder unmöglich oder fehleranfällig. Unternehmen, die später Prozesse skalieren möchten, brauchen eine Struktur, die maschinenlesbar und logisch ist.

Die Bausteine einer skalierbaren SKU-Struktur

Eine gute SKU-Struktur ist kein Zufallsprodukt. Sie folgt einer Logik, die sich aus dem Sortiment und den Anforderungen des Geschäfts ergibt. Die folgenden Bausteine haben sich in der Praxis bewährt.

Logik statt Zufall: Aufbau mit System

Die SKU Nummer sollte Informationen transportieren, nicht nur identifizieren. Ein bewährter Ansatz ist der modulare Aufbau, bei dem verschiedene Segmente jeweils eine Bedeutung haben. Ein Beispiel:

BKL-TS-BLU-M

  • BKL = Marke oder Kategorie (hier: Bekleidung)
  • TS = Produkttyp (hier: T-Shirt)
  • BLU = Farbe (hier: Blau)
  • M = Größe (hier: Medium)

Mit dieser Struktur lässt sich auf einen Blick erkennen, um welchen Artikel es sich handelt. Das spart Zeit bei der manuellen Bearbeitung und reduziert Fehler bei der Kommissionierung im Lager. Wichtig ist, dass die Segmente konsistent bleiben: Wenn Farben einmal als Kürzel mit drei Buchstaben vergeben werden, sollte diese Regel durchgängig gelten.

Die Kombination aus Buchstaben und Zahlen bietet dabei maximale Flexibilität. Während Buchstaben für Kategorien und Eigenschaften stehen, können Zahlen für fortlaufende Nummern oder Größenangaben genutzt werden. So entstehen SKU Codes, die sowohl für Menschen lesbar als auch für Systeme eindeutig sind.

Varianten sauber abbilden

Produkte mit Varianten erfordern besondere Aufmerksamkeit. Die SKU Nummer muss sowohl die Zugehörigkeit zur Produktfamilie als auch die Unterscheidung der einzelnen Variante ermöglichen. Ein gängiges Muster:

  • Elternprodukt: BKL-TS-BLU (ohne Größenangabe)
  • Variante 1: BKL-TS-BLU-S
  • Variante 2: BKL-TS-BLU-M
  • Variante 3: BKL-TS-BLU-L

Diese Logik macht Beziehungen zwischen Produkten sofort erkennbar. Für Multichannel-Händler ist das entscheidend: Viele Marktplätze arbeiten mit Parent-Child-Strukturen, die genau diese Hierarchie erfordern. Unternehmen, die ihre SKUs von Anfang an so aufbauen, sparen später aufwendige Mapping-Prozesse.

Sie möchten SKU Nummern automatisch nach individuellen Regeln generieren? Der Base Produktmanager erstellt eindeutige SKUs auf Basis von Kategorien, Varianten und Marken – so bleibt die Struktur konsistent, auch wenn das Sortiment wächst.

Typische Fehler bei der SKU-Vergabe

Viele SKU-Probleme entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus Zeitmangel oder fehlender Voraussicht. Die häufigsten Fehler lassen sich jedoch mit wenig Aufwand vermeiden.

Sonderzeichen und Leerzeichen: Was im eigenen System noch funktioniert, führt bei der Übertragung an Marktplätze oder ERP-Systeme oft zu Problemen. Umlaute, Leerzeichen, Schrägstriche oder Sonderzeichen werden unterschiedlich interpretiert oder schlicht abgelehnt. Die Regel lautet: Nur Buchstaben (A-Z), Zahlen (0-9) und Bindestriche verwenden. So bleiben die SKU Codes kompatibel mit allen gängigen Systemen.

Zu lange SKU Nummer: Manche Unternehmen packen jede erdenkliche Information in die SKU: Lieferant, Einkaufsdatum, Lagerort, Farbe, Größe, Charge. Das Ergebnis sind 30-stellige Codes, die niemand mehr lesen kann. Eine SKU Nummer sollte so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein. Alles über 15-20 Zeichen wird in der Praxis unhandlich – sowohl für Mitarbeiter im Lager als auch für die Verwendung in externen Systemen.

Keine Dokumentatio: Wer die SKU-Logik nur im Kopf hat, schafft ein Wissensmonopol. Neue Mitarbeiter rätseln über die Bedeutung von Kürzeln, Fehler schleichen sich ein, und bei Krankheit oder Fluktuation steht das Unternehmen vor einem Rätsel. Eine einfache Dokumentation – selbst als Tabelle mit allen Regeln und Codes – schafft hier Abhilfe.

Nachträgliche Änderungen ohne Migratio: Sobald eine SKU Nummer in Bestellungen, Rechnungen oder externen Systemen referenziert wird, ist sie nicht mehr ohne Weiteres änderbar. Unternehmen, die die Struktur später optimieren möchten, müssen alte und neue SKUs parallel pflegen oder eine vollständige Migration durchführen. Beides ist aufwendig. Deshalb lohnt es sich, die Struktur von Anfang an durchdacht anzulegen.

SKU erstellen: Schritt für Schritt zur eigenen Logik

Die Entwicklung einer SKU-Struktur muss kein Großprojekt sein. Mit den folgenden Schritten lässt sich eine solide Basis schaffen.

Schritt 1: Sortiment analysieren

Welche Produktkategorien gibt es? Welche Varianten (Farbe, Größe, Material) kommen vor? Wie viele Artikel sind es heute, wie viele könnten es in zwei Jahren sein? Diese Analyse bildet die Grundlage für die Segmentierung der SKU Nummern.

Schritt 2: Segmente definieren

Basierend auf der Analyse legen Sie fest, welche Informationen die SKU enthalten soll. Typische Segmente sind:

  • Kategorie
  • Produkttyp
  • Variante (Farbe, Größe)
  • ggf. Hersteller oder Saison

Weniger ist oft mehr – nicht jede Information muss in die SKU Nummer.

Schritt 3: Kürzel festlegen

Für jedes Segment erstellen Sie eine Liste mit standardisierten Codes. Farbe Blau könnte BLU, BL oder 01 sein – wichtig ist nur, dass die Regel einheitlich bleibt. Diese Liste wird zur Referenz für alle, die SKUs anlegen.

Schritt 4: Trennzeichen wählen

Bindestriche sind am weitesten verbreitet und werden von praktisch allen Systemen akzeptiert. Unterstriche funktionieren ebenfalls, Punkte können in manchen Kontexten zu Problemen führen. Auch hier gilt: Eine Regel festlegen und konsequent anwenden.

Schritt 5: Testen und dokumentieren

Bevor die neue Struktur produktiv geht, sollte sie an einem repräsentativen Sortimentsauszug getestet werden. Funktioniert die Logik für alle Produkttypen? Gibt es Kollisionen bei den Nummern? Erst danach wird die Struktur dokumentiert und kommuniziert.

SKU und Automatisierung: Warum Struktur Prozesse ermöglicht

Die SKU Nummer ist der Schlüssel zu effizienter Automatisierung im E-Commerce. Moderne Systeme nutzen sie als zentralen Identifikator für eine Vielzahl von Prozessen:

  • Bestandsverwaltung über mehrere Kanäle
  • Automatische Zuordnung von Bestellungen zu Produkten
  • Workflow-Trigger basierend auf Produktkategorien
  • Regelbasierte Preisanpassungen

Wenn die SKU-Struktur logisch aufgebaut ist, können Regeln auf Segmente angewendet werden. Ein Beispiel: Alle Artikel, deren SKU mit BKL beginnt, erhalten automatisch eine bestimmte Versandvorlage. Oder: Varianten mit dem Suffix -S werden bei niedrigem Bestand priorisiert nachbestellt.

Solche Automatisierungen setzen voraus, dass die SKU Codes maschinenlesbar sind – also einem konsistenten Muster folgen. Zufällig vergebene Nummern bieten diese Möglichkeit nicht. Unternehmen, die ihre SKUs von Anfang an strukturiert anlegen, schaffen die Voraussetzung für Prozessoptimierung, ohne später alles umbauen zu müssen.

Für Multichannel-Händler ist das besonders relevant: Eine saubere SKU-Struktur ermöglicht die zentrale Produktverwaltung über alle Vertriebskanäle hinweg. Produktdaten werden einmal gepflegt und automatisch an Amazon, eBay, Otto und den eigenen Shop verteilt. Die SKU Nummer fungiert als gemeinsamer Nenner, über den alle Systeme die Produkte identifizieren. Die Verknüpfung von SKUs mit EAN-Codes ermöglicht zusätzlich eine eindeutige Zuordnung über Unternehmensgrenzen hinweg.

Sie verkaufen auf mehreren Marktplätzen und möchten Produktdaten zentral verwalten? Der Base Marktplatz-Manager synchronisiert Ihre Produkte automatisch über alle Kanäle – mit der SKU als zentralem Identifikator.

Fazit: Kleine Investition, große Wirkung

Die SKU-Struktur gehört zu den Themen, die im Tagesgeschäft leicht untergehen. Solange alles läuft, scheint sie unwichtig. Doch wer wachsen möchte – sei es durch neue Marktplätze, ein größeres Sortiment oder automatisierte Prozesse – stößt unweigerlich auf die Frage, ob die vorhandene Struktur trägt.

Eine durchdachte SKU-Logik ist keine Raketenwissenschaft. Sie erfordert einmalig etwas Zeit für Analyse und Definition, spart danach aber kontinuierlich Aufwand: weniger Fehler bei der Kommissionierung, schnelleres Onboarding neuer Mitarbeiter, reibungslose Integration neuer Vertriebskanäle und die Grundlage für Automatisierung.

Wer heute noch mit zufälligen Artikelnummern arbeitet, sollte den Umstieg nicht zu lange aufschieben. Je größer das Sortiment wird, desto aufwendiger wird die spätere Migration. Und je früher eine saubere Struktur mit eindeutigen SKU Nummern steht, desto mehr profitieren Bestandsverwaltung, Fulfillment und alle nachfolgenden Prozesse davon.

Sie möchten Ihre Produktdaten zentral verwalten und SKUs systematisch anlegen? Der Base Produktmanager bietet integrierte Produktverwaltung mit automatischer SKU-Generierung – von der Anlage bis zur Verteilung an alle Marktplätze.

Über den Autor
Damian Liuras
Er ist für den umfassenden Kundensupport auf dem DACH-Markt zuständig. Täglich löst er technische Probleme der Nutzer und bemüht sich, bestmögliche Unterstützung beim Umgang mit dem Base-System zu leisten – stets unter Einhaltung höchster Standards im Kundenservice. Zudem trägt er zur Marktentwicklung bei und analysiert aktuelle Themen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Base-Systems.

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