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E-commerce 8 Min. Lesezeit

Was kostet ein Online-Shop? Einmalige und laufende Kosten im Überblick

Von Damian Liuras Aktualisiert am
Kleiner Einkaufswagen mit Paketen neben einem Laptop, Schrift: ‚Was kostet ein Online-Shop? Start und laufende Kosten

„Was kostet ein Online-Shop?” ist eine der ersten Fragen vor dem Start – und die ehrlichste Antwort lautet zunächst: Es kommt darauf an. Die Spanne reicht von rund 16 Euro im Monat für einen selbst gebauten Shop im Onlineshop-Baukasten bis zu sechsstelligen Beträgen für eine individuell entwickelte Enterprise-Lösung. Für die meisten, die einen Onlineshop eröffnen, liegen die Ausgaben im ersten Jahr realistisch zwischen 500 und 1.500 Euro – je nach System, Anspruch und Marketingbudget. Alle folgenden Beträge sind dabei Richtwerte, keine festen Preise.

Dieser Artikel schlüsselt die Kostenpunkte ehrlich auf: zuerst die einmaligen und laufenden Kosten beim Start samt konkretem Shopsystem-Vergleich und der Frage „lohnt sich das überhaupt?”, danach die laufenden Kosten im Betrieb, die versteckten Fallen – und warum eine konsolidierte Plattform langfristig oft günstiger ist als ein Flickenteppich aus Einzeltools. Wer noch ganz am Anfang steht und seinen Online-Shop erst eröffnen will, findet dort die grundlegenden Schritte.

Die einmaligen Kosten beim Start

Bevor der erste Verkauf im Webshop läuft, fallen einige einmalige Posten an. Sie sind überschaubar, wenn man selbst Hand anlegt, und steigen schnell, sobald eine Agentur ins Spiel kommt:

  • Domain und SSL: etwa 10 bis 20 Euro pro Jahr für eine .de-Adresse; ein SSL-Zertifikat für die sichere Verbindung ist bei den meisten Systemen bereits inklusive.
  • Design/Template: Standard-Themes sind oft kostenlos, Premium-Templates kosten einmalig rund 50 bis 180 Euro. Ein individuelles Design vom Profi beginnt im vierstelligen Bereich.
  • Rechtstexte: Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung lassen sich über spezialisierte Dienste rechtssicher erstellen – günstiger als die erste Abmahnung.
  • Shop-Einrichtung: Wer selbst aufbaut, zahlt vor allem mit Zeit. Eine Agentur für die Ersteinrichtung verlangt je nach System schnell 3.000 bis 15.000 Euro und mehr.

Für einen schlanken Start mit einem Baukasten- oder SaaS-System bleiben die Einmalkosten damit oft im niedrigen dreistelligen Bereich. Den größten Hebel haben Sie selbst in der Hand: Je mehr Sie zu Beginn selbst übernehmen, desto niedriger der Einstieg.

Online-Shop erstellen: Kosten der gängigen Shopsysteme im Vergleich

Der größte laufende Posten ist das Shopsystem. Hier lohnt der nüchterne Vergleich, denn die Modelle unterscheiden sich grundlegend (Stand 2026):

  • Baukästen (z. B. Wix, Jimdo): ab rund 16 bis 20 Euro pro Monat, Hosting inklusive. Am einfachsten zu bedienen, ideal für kleine Sortimente und den schnellen Start.
  • Shopify: Einstieg ab etwa 25 bis 36 Euro pro Monat (je nach jährlicher oder monatlicher Zahlung) laut offizieller Preisseite, Hosting, SSL-Zertifikat und Updates inklusive. Höhere Tarife liegen im dreistelligen Bereich. Achtung: Bei Zahlungsanbietern außerhalb von Shopify Payments fallen zusätzliche Transaktionsgebühren an.
  • WooCommerce: die Software selbst ist kostenlos, in der Praxis aber nicht gratis. Dazu kommen Hosting (etwa 15 bis 50 Euro pro Monat), ein Theme (einmalig 50 bis 100 Euro), Plugins (zusammen oft 50 bis 200 Euro pro Monat) und mehr technisches Know-how bis hin zu Programmierkenntnissen.
  • Shopware: die Community Edition ist bis zu einer bestimmten Umsatzgrenze kostenlos und self-hosted; kommerzielle Lizenzen beginnen laut offizieller Preisliste bei mehreren Hundert Euro pro Monat. Eher für mittlere bis große Händler mit B2B-Anforderungen.

Wo die einzelnen Systeme ihre Stärken und Schwächen haben, arbeitet ein direkter Vergleich der E-Commerce-Plattformen heraus. Die Auswahl richtet sich vor allem nach dem gewünschten Funktionsumfang und der Zahl Ihrer Produkte. Die Faustregel: Je individueller und skalierbarer der Shop sein soll, desto höher die Gesamtkosten.

Die laufenden Kosten im Betrieb

Neben der Systemgebühr summieren sich im laufenden Betrieb weitere monatliche und transaktionsabhängige Posten – sie hängen vor allem davon ab, wie viele Produkte Sie führen und über wie viele Kanäle Sie verkaufen:

  • Zahlungsgebühren: pro Verkauf etwa 2 bis 3 Prozent plus rund 0,30 Euro fixe Gebühr – unabhängig vom Shopsystem, weil die Zahlungsanbieter (Kreditkarte, PayPal, Klarna) immer mitverdienen.
  • Marktplatzprovisionen: wer zusätzlich über Amazon, eBay oder Otto verkauft, zahlt je nach Kategorie und Plattform grob 7 bis 15 Prozent vom Verkaufspreis.
  • Versand: Porto plus eventuell Versandsoftware, oft nach Anzahl der Labels pro Monat gestaffelt. Wie sich die Versandprozesse von Anfang an effizient aufsetzen lassen, entscheidet hier über die laufenden Kosten.
  • Apps, Plugins und Tools: für Funktionen, die das Grundsystem nicht abdeckt – von Bewertungen über Repricing bis zur Buchhaltung. Hier entstehen schnell 50 bis 200 Euro pro Monat.
  • Marketing: der variabelste Posten, der je nach Ambition von null bis zum größten Budgetblock reicht.

Unterm Strich kommt ein kleiner, sauber geführter Onlineshop im Monat oft mit 50 bis 150 Euro an laufenden Ausgaben aus – sobald Marktplätze, Tools und Marketing dazukommen, wird jeder dieser Posten zu einem eigenen Kostenfaktor.

Ein Beispiel macht es greifbar: Ein Einsteiger mit SaaS-Shop (rund 30 Euro pro Monat), Domain (etwa 15 Euro pro Jahr) und einem kostenlosen Standard-Theme startet mit überschaubaren Fixkosten. Bei 50 Bestellungen à 40 Euro im Monat gehen über die Zahlungsgebühren rund 55 bis 70 Euro ab. Verkauft derselbe Händler zusätzlich über einen Marktplatz, kommen pro dort verkauftem Artikel noch einmal 7 bis 15 Prozent Provision obendrauf. Man sieht: Die monatliche Grundgebühr ist selten der entscheidende Posten – die transaktionsabhängigen Kosten und die Tools machen den Unterschied.

Ab wann trägt sich ein Online-Shop?

Die wichtigere Frage als „was kostet es?” ist „ab wann trägt es sich?”. Und hier sind die Fixkosten eines Shops erfreulich niedrig: Bei einem Baukasten- oder SaaS-System von wenigen Dutzend Euro im Monat rechnet sich der reine Shop-Betrieb schon bei geringen Umsätzen. Der eigentliche Hebel liegt nicht in der Systemgebühr, sondern in der Marge: Bei einer typischen E-Commerce-Marge von 30 bis 50 Prozent muss der Deckungsbeitrag die Fixkosten plus Wareneinkauf, Verpackung und Marketing übersteigen.

Ein Shop, der monatlich 100 Euro kostet, aber kaum konvertiert, ist teurer als einer, der 300 Euro kostet und zuverlässig verkauft. Ob sich der Shop trägt, entscheidet sich also weniger über die Kosten als über die Frage, ob Sortiment, Preise, Produkte und Zielgruppe zusammenpassen. Genau deshalb ist die größte Kostenfalle nicht das teuerste Tool, sondern der Shop, der nie genug Kunden erreicht. Für viele Unternehmer ist der eigene Onlineshop daher vor allem ein Investment in die eigene Marke, das sich über die Zeit auszahlt – ob sich der Schritt für Sie grundsätzlich lohnt, ist eine eigene Frage, hier geht es um die Zahlen dahinter.

Die versteckten Kosten, die kaum jemand einplant

Der klassische Fehler: Man addiert die offensichtlichen monatlichen Gebühren und übersieht die Posten, die erst mit dem Wachstum sichtbar werden. Genau diese versteckten Kostenfaktoren sprengen im Onlinehandel später die Kalkulation.

Da sind zum einen die Tarif-Sprünge: Viele Systeme staffeln ihre Preise nach Umsatz oder Bestellmenge. Was im Einstiegstarif günstig wirkte, rutscht bei Erfolg unbemerkt in die nächste, teurere Stufe. Dazu kommen Transaktionsgebühren, die manche Shopsysteme zusätzlich erheben, wenn Sie nicht ihren hauseigenen Zahlungsanbieter nutzen. Und schließlich der größte Posten von allen: der Tool-Wildwuchs. Schnittstellen-Software, Bestands-Tool, Versandsoftware, Repricing, Buchhaltung – jedes für sich wirkt günstig, mit eigenen Limits bei API-Calls, SKUs oder Speicherplatz, für deren Überschreitung extra abgerechnet wird. In der Summe entsteht ein monatlicher Kostenblock, den niemand bewusst gebucht hat.

Hinzu kommen die indirekten Kosten: Arbeitszeit für das manuelle Übertragen von Daten zwischen Tools, Fehlerkosten durch schlechte Synchronisation und Einarbeitung bei jedem neuen System. Diese Posten tauchen auf keiner Rechnung auf – kosten aber real. Gerade die Arbeitszeit wird gern unterschätzt: Wer täglich Bestellungen aus mehreren Systemen zusammensucht und Bestände von Hand abgleicht, zahlt in Stunden, was sich nicht im Tool-Abo, aber im Monatsergebnis niederschlägt.

Warum Einzeltools am Ende oft teurer sind als eine Plattform

Mit jedem Verkaufskanal wächst die Tool-Landschaft, und ab einem gewissen Punkt zahlen Sie nicht mehr für Funktionen, sondern für die Verwaltung der Funktionen. Wer neben dem eigenen Webshop auch mehrere Marktplätze bedient, merkt das zuerst. Wenn drei oder mehr Tools überlappende Aufgaben erfüllen, ist das der Moment, in dem sich Konsolidierung rechnet – sowohl bei den Lizenzkosten als auch bei der Arbeitszeit. Genau hier setzt Base an.

Statt für Marktplatz-Anbindung, Bestandsverwaltung, Auftragsabwicklung und Versand je ein eigenes Abo zu führen, bündelt Base diese Funktionen in einer Plattform – mit transparenten Preisen ohne Überraschungen bei API-Limits oder Speicherplatz. Sie verlieren den Überblick über Ihre Tool-Kosten? Eine konsolidierte Plattform ersetzt den Flickenteppich und hält die Kosten proportional zum Wachstum, statt sie mit jedem Kanal zu vervielfachen. Sehen Sie sich die transparenten Base-Preise an und rechnen Sie Ihre echten Kosten durch.

Der Effekt ist nicht nur ein niedrigerer Preis, sondern weniger manuelle Arbeit und eine einheitliche Datenbasis – das zentrale Steuern mehrerer Kanäle ist dabei der eigentliche Hebel.

Fazit: Erst die Gesamtkosten, dann die Entscheidung

Was ein Online-Shop kostet, lässt sich nicht auf eine Zahl reduzieren – aber gut planen. Für den Start mit einem Baukasten- oder SaaS-System reichen oft wenige Hundert Euro Einmalkosten und ein zweistelliger Monatsbetrag. Entscheidend ist, von Beginn an die Gesamtkosten im Blick zu haben: Systemgebühr plus Zahlungs- und Marktplatzgebühren, Tools, Versand und Marketing – und die versteckten Posten, die erst mit dem Wachstum sichtbar werden.

Wer diese Total Cost im Blick behält und nicht jedem günstigen Einstiegspreis hinterherläuft, trifft die bessere Entscheidung. Und sobald die Tool-Landschaft unübersichtlich wird, lohnt der ehrliche Vergleich: Manchmal ist eine konsolidierte Plattform langfristig deutlich günstiger als ein Dutzend Einzeltools mit unübersichtlichen Zusatzkosten. Ihre Marge wird es Ihnen danken.