Eine Verkaufsplattform ist heute für die meisten Online-Händler der zentrale Einstiegspunkt in den digitalen Vertrieb – sei es ein Marktplatz wie Amazon, ein Kleinanzeigenportal wie willhaben oder ein eigenes Shopsystem wie Shopify. Die Frage ist dabei weniger, ob man eine Verkaufsplattform nutzen sollte, sondern welche – und in Österreich fällt diese Entscheidung anders aus als anderswo.
Laut dem Handelsverband Österreich hat der heimische E-Commerce 2024 ein Volumen von über 10,5 Milliarden Euro erreicht – ein neuer Höchstwert. Was den Markt besonders auszeichnet: Die Konzentration ist hoch. Die drei größten Marktplätze vereinen bereits mehr als die Hälfte aller Online-Umsätze. Wer als Händler die falsche Plattformwahl trifft, verschenkt Reichweite von Anfang an.
In diesem Ranking zeigen wir, welche Verkaufsplattformen in Österreich 2026 wirklich relevant sind – mit einer ehrlichen Einschätzung zu Zielgruppe, Gebühren und Betrieb. Wer auch den deutschen oder Schweizer Markt erschließen will, findet in unserem Überblick über die besten Verkaufsplattformen in Deutschland sowie die besten Verkaufsplattformen in der Schweiz weitere Orientierung.
#1 Amazon – Unangefochtener Marktführer
Amazon ist in Österreich keine Option unter vielen – es ist der Standard. Laut Handelsverband Österreich laufen mehr als 40 % aller Online-Ausgaben österreichischer Konsumentinnen und Konsumenten über Amazon, was einem Bruttowarenwert von rund 4,3 Milliarden Euro entspricht. Kein anderer Kanal kommt auch nur annähernd an diese Marktstellung heran.
Der österreichische Markt läuft über Amazon – für Händler bedeutet das: bestehende Listings, österreichische Käufer. Das Profi-Modell kostet 39 € pro Monat (zzgl. MwSt.), hinzu kommen kategorieabhängige Verkaufsprovisionen. Die Plattform deckt nahezu alle Kategorien ab – von Elektronik über Kleidung und Schuhe bis hin zu Haushaltsprodukten. Wer Lagerung und Versand auslagern möchte, kann das über Fulfillment by Amazon (FBA) tun.
Für wen geeignet: B2C-Händler mit strukturiertem Sortiment, die sofort eine große und kaufbereite Zielgruppe erreichen wollen.
#2 willhaben – Österreichs lokale Reichweitenmaschine
willhaben ist in Österreich das, was Kleinanzeigen.de für Deutschland ist – und das noch deutlicher. Die Plattform erreicht laut ÖWA-Daten rund 4,3 Millionen österreichische Unique User pro Monat und belegt damit Platz 2 aller österreichischen Online-Angebote – direkt hinter orf.at.
willhaben deckt nahezu alle Kategorien ab: Elektronik, Möbel, Fahrzeuge, Immobilien, Dienstleistungen. Neben neuen Produkten spielt gebrauchtes Material eine zentrale Rolle – von Kleidung und Schuhen über Bücher bis hin zu Spielen und Kinderartikeln. Die Plattform wird sowohl von Privaten als auch von gewerblichen Händlern genutzt, wobei gewerbliche Inserate spezifischen Anzeigerichtlinien unterliegen.
Wichtig für die Planung: willhaben ist kein klassischer Marktplatz mit Systemintegration. Der Kanal wird typischerweise manuell oder halbautomatisiert bespielt – läuft also parallel zu automatisierten Vertriebskanälen, nicht durch sie.
Für wen geeignet: Händler mit lokaler Ausrichtung, gebrauchten Waren oder Produktkategorien mit starker regionaler Nachfrage.
#3 Zalando – Der Fashion-Marktplatz mit zweitgrößtem Umsatzanteil
Zalando ist laut Handelsverband Österreich der zweitgrößte Marktplatz nach Umsatz in Österreich – mit 607 Millionen Euro inklusive des Zalando-Marktplatzes. Für Mode, Schuhe, Kleidung und Accessoires ist Zalando damit die erste Adresse im österreichischen E-Commerce.
Der Zugang erfolgt über das Zalando Partner Program, Konditionen werden individuell und vertraglich vereinbart. Händler profitieren von Zalandos enormer Bekanntheit und einem kaufstarken, markenbewussten Publikum – sowohl etablierte Marken als auch kleinere Labels finden hier ihre Käufer.
Wer Amazon, eBay und Zalando parallel bespielt, merkt schnell: Der eigentliche Aufwand liegt nicht im Einstieg, sondern im laufenden Betrieb. Listings aktuell halten, Preise synchronisieren, Bestände koordinieren – das lässt sich mit dem Marktplatz-Manager von Base zentral lösen, ohne jeden Kanal einzeln zu pflegen.
Für wen geeignet: B2C-Händler im Fashion- und Lifestyle-Segment mit professioneller Retourenabwicklung.
#4 eBay – Der etablierte Alternative-Marktplatz
eBay ist laut Handelsverband Österreich der drittgrößte Marktplatz nach Umsatz in Österreich – mit 513 Millionen Euro. Die Plattform unterstützt Auktionen und Festpreis-Angebote im C2C- wie B2C-Modell. Für gewerbliche Verkäufer fällt eine prozentuale Verkaufsprovision plus 0,35 € pro Bestellung an.
eBay ist besonders stark bei gebrauchten Produkten, Elektronik, Smartphones, Sammlerstücken und Nischensortimenten – Bereiche, in denen Amazon weniger dominant ist. Kategorien wie Bücher, Spiele, Schuhe oder Kinderartikel erzielen hier regelmäßig gute Ergebnisse.
Für wen geeignet: Händler mit gemischtem Sortiment, die Auktionsformat und internationale Reichweite nutzen wollen.
Amazon, Zalando und eBay parallel zu bespielen bedeutet dreifache Pflege – Bestände, Preise, Bestellungen. Mit Base lässt sich das in einem zentralen System bündeln. Jetzt 14 Tage kostenlos testen.
#5 Shopify – Die Basis für den eigenen Shop
Shopify ist kein Marktplatz im klassischen Sinne, gehört aber auf diese Liste. Wer in Österreich professionell online verkauft, braucht in der Regel auch einen eigenen Shop als kontrollierbaren Vertriebskanal – unabhängig von Marktplatz-Algorithmen und Provisionen. Shopify ist die meistgenutzte Plattform dafür, Pläne starten ab 29 USD pro Monat.
Eigener Shop und Marktplätze schließen sich dabei nicht aus – im Gegenteil. Wie Multi-Channel von Anfang an funktioniert und warum der simultane Einstieg in mehrere Kanäle sinnvoller ist als der schrittweise Aufbau, erklären wir in unserem Artikel Online Shop eröffnen: Warum Multi-Channel von Anfang an den Unterschied macht.
Für wen geeignet: Händler, die Markenaufbau und Kundenbindung jenseits von Marktplatz-Abhängigkeiten betreiben wollen.
#6 Kaufland – DACH-Skalierung mit Österreich-Reichweite
Kaufland hat sich seit der Übernahme von real.de als ernstzunehmender Marktplatz im DACH-Raum etabliert. Für österreichische Händler – oder Händler, die den österreichischen Markt erschließen wollen – ist besonders relevant: Kaufland bedient explizit auch Österreich. Die Plattform punktet mit moderner technischer Infrastruktur und einem attraktiven Provisionsmodell, das sich je nach Produktkategorie unterscheidet.
Wer bereits auf deutschen Marktplätzen aktiv ist und DACH-weit skalieren möchte, findet in Kaufland einen natürlichen nächsten Schritt.
Für wen geeignet: Händler, die bereits auf deutschen Marktplätzen aktiv sind und DACH-weit skalieren wollen.
#7 Shöpping – Der heimische Marktplatz
Shöpping ist Österreichs nationaler Online-Marktplatz, betrieben von der Österreichischen Post. Die Plattform richtet sich bewusst an österreichische Händler und Käufer – mit einem klaren Herkunftsversprechen und einer breiten Auswahl über alle relevanten Kategorien hinweg. Das Gebührenmodell umfasst Grundgebühr, Transaktionsgebühr und kategorieabhängige Verkaufsprovisionen. Laut Handelsverband sind über 2.000 Händler auf Shöpping aktiv.
Für wen geeignet: Händler, die auf österreichische Herkunft setzen und eine Alternative zu internationalen Plattformen suchen.
#8 Geizhals – Sichtbarkeit bei kaufbereitem Traffic
Geizhals ist Österreichs führendes Preisvergleichsportal – kein Marktplatz im eigentlichen Sinne, aber ein starker Kanal für Händler, die Nutzer kurz vor der Kaufentscheidung abholen wollen. Vor allem in den Kategorien Technik, Elektronik und Smartphones ist Geizhals der erste Anlaufpunkt für Preisvergleiche. Wer bei Geizhals nicht gelistet ist, überlässt diesen Traffic der Konkurrenz.
Technisch erfordert Geizhals einen regelmäßig aktualisierten Produktfeed über CSV, XML oder XLS/XLSX mit aktuellen Preisen und Bestandsdaten. Wer Preise über mehrere Kanäle dynamisch anpassen will, findet mit der Preisautomatisierung von Base eine regelbasierte Lösung – ohne manuelle Updates auf jeder Plattform.
Für wen geeignet: Händler mit wettbewerbsfähigen Preisen in Elektronik, Haushaltsgeräten und vergleichbaren Produktkategorien.
#9 Etsy – Die Nischenplattform für handgemachte Produkte
Etsy ist global eine der meistgenutzten Plattformen für handgefertigte, individuelle und Vintage-Produkte. Das Gebührenmodell ist transparent: 0,20 USD pro Listing, dazu 6,5 % Transaktionsgebühr auf den Verkaufspreis.
Für wen geeignet: Händler mit Handmade-, Design- oder Vintage-Sortimenten, die ein internationales Publikum ansprechen wollen.
#10 Vinted – Secondhand Fashion mit wachsender Nutzerbasis
Vinted hat sich als führende Plattform für Secondhand-Kleidung und gebrauchte Mode etabliert – von Schuhen über Accessoires bis hin zu Kinderkleidung. Das Verkaufen ist für Anbieter kostenlos, Vinted erhebt eine Käuferschutzgebühr von typischerweise 5 % plus 0,70 €. Die Plattform ist primär C2C ausgerichtet und wird manuell bespielt.
Für wen geeignet: Händler oder Labels im Secondhand- und Re-Commerce-Bereich mit einer kauffreudigen Community.
#11 Facebook Marketplace – Reichweite für lokale Angebote
Facebook Marketplace hat sich vom privaten Kleinanzeigenkanal zu einem Vertriebsweg entwickelt, den auch kleine Unternehmen und lokale Händler nutzen. Die Stärke liegt im geografischen Targeting – Angebote lassen sich einfach und schnell lokal einstellen. Laut Meta Merchant Policies fällt bei aktiviertem Checkout eine Verkaufsgebühr von 10 % pro Transaktion an (Minimum 0,80 USD).
Für wen geeignet: Händler mit lokaler Ausrichtung, saisonalen Produkten oder als ergänzender Kanal ohne großen technischen Aufwand.
Die besten Verkaufsplattformen in Österreich 2026 – Zusammenfassung
Die beste Verkaufsplattform in Österreich gibt es nicht im Singular – die richtige Wahl hängt vom Sortiment, dem Geschäftsmodell und der eigenen operativen Kapazität ab:
- Maximale Reichweite: Amazon und eBay sind gesetzt – kein anderer Kanal erreicht vergleichbaren kaufbereiten Traffic in Österreich.
- Lokale Sichtbarkeit: willhaben ist für lokale Präsenz und C2C-nahe Kategorien unverzichtbar.
- Fashion-Fokus: Zalando ist im Modebereich die erste Adresse.
- Eigene Marke aufbauen: Shopify als Basis, ergänzt durch Marktplätze.
- DACH-Skalierung: Kaufland bietet eine natürliche Verlängerung für Händler, die bereits in Deutschland aktiv sind.
Wer mehrere dieser Kanäle gleichzeitig bespielt, steht vor einer operativen Herausforderung: Bestände synchronisieren, Preise koordinieren, Bestellungen aus verschiedenen Quellen bündeln. Ohne zentrale Steuerung wird das schnell unübersichtlich – und kostet Zeit, die im Kerngeschäft fehlt. Welche E-Commerce-Trends 2026 den österreichischen Markt darüber hinaus prägen, zeigt unser Trendreport.
Mit Base lassen sich Amazon, eBay, Zalando, Kaufland, Shopify und viele weitere Kanäle aus einem System heraus managen – Listings, Bestände und Bestellungen zentral und automatisiert. Alle verfügbaren Integrationen finden Sie hier.

